Großes Interesse an Kommunaler Wärmeplanung in Rösrath
Zahlreiche Teilnehmer bei Auftaktveranstaltung
Die Kommunale Wärmeplanung in Rösrath ist gestartet. Im Auftrag der Stadt werden die StadtWerke Rösrath AöR in den kommenden Monaten die Wärmeplanung erarbeiten. Unterstützt werden die StadtWerke dabei von dem erfahrenen Dienstleister Greenventory aus Freiburg, der insbesondere die erforderlichen digitalen Werkzeuge liefert. Um die Rösratherinnen und Rösrather rechtzeitig in den Prozess einzubinden und mitzunehmen, hatten Stadt und StadtWerke zu einer Auftakt- und Informationsveranstaltung am 10. Februar geladen. Mit rund einhundert Interessierten, die der Einladung gefolgt waren, war die Mensa am Schulzentrum Freiherr-vom-Stein fast bis auf den letzten Platz gefüllt.
In ihren einleitenden Worten verwies Bürgermeisterin Bondina Schulze darauf, dass die Kommunale Wärmeplanung eine Strategie sei, wie Rösrath unabhängiger von fossilen Energieträgern werden könne und den Schritt hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung schaffe. „Die Wärmeplanung ist dabei als ein Fahrplan zu verstehen, der Klarheit über Wärmebedarfe in der Stadt, potenzielle Energiequellen und Wärmenetze liefern soll. Dazu gehört auch, einen möglichst wirtschaftlichen, kosteneffizienten und somit umsetzbaren Weg aufzuzeigen“, betonte sie. „Ein Wärmeplan für Rösrath wird uns am Ende auch die Unsicherheiten nehmen, die es rund um das Heizen gibt.“
Christoph Schmidt, Vorstand der StadtWerke Rösrath AöR und Geschäftsführer der StadtWerke Rösrath – Energie GmbH, freute sich darüber, dass die politischen Gremien Rösraths bereits im vergangenen Jahr die Weichen für die Kommunale Wärmeplanung gestellt und die StadtWerke mit der Erstellung beauftragt haben. „Wir sind überzeugt davon, dass der Erfolg der Kommunalen Wärmeplanung maßgeblich davon abhängt, welche Akteure in die Erarbeitung eingebunden sind. Detaillierte Kenntnisse der örtlichen Gegebenheiten und Strukturen sind essenziell. Und diese bringen wir als kommunales Unternehmen, das in Rösrath verwurzelt und eng mit unserer Stadt verbunden ist, zweifelsohne mit“, führte er aus.
In seinem Vortrag erläuterte Johann Stumpf, Projektingenieur Erneuerbare Energien bei den StadtWerken Rösrath und verantwortlich für die Erarbeitung der Kommunalen Wärmeplanung, zunächst, was sich hinter der Kommunalen Wärmeplanung verbirgt, welche Bedeutung der Wärmesektor mit Blick auf die angestrebte Klimaneutralität hat und welche einzelnen Projektschritte bis zum Abschluss der Wärmeplanung absolviert werden müssen.
„Die Kommunale Wärmeplanung ist ein strategischer Leitfaden mit dem Ziel, bis 2045 eine Klimaneutralität im Wärmesektor zu erreichen. Dabei werden alle Potentiale für Wärmequellen genau in den Blick genommen und herausgearbeitet, ob es beispielsweise Eignungsgebiete für Wärmenetze gibt“, so Stumpf. „Der Wärmeplan wird den Rösratherinnen und Rösrathern – sowohl den Privatleuten wie auch den Gewerbetreibenden – Planungssicherheit und Orientierung geben. Außerdem erhöhen wir die lokale Wertschöpfung und machen unsere Wärmeversorgung unabhängiger und krisensicherer.“ Stumpf betonte, dass der Prozess in Rösrath noch ganz am Anfang stehe und derzeit im Rahmen der Bestandsanalyse die notwendigen Daten zur Versorgungs- und Beheizungsstruktur und zu den Baualtersklassen und Gebäudetypen in Rösrath erhoben würden. Im nächsten Schritt würde darauf aufbauend das Potenzial unter anderem für mögliche Wärmequellen und Wärmespeicher ermittelt. Nach der Entwicklung des Zielszenarios als fünftem Projektschritt folge die Erarbeitung einer Umsetzungsstrategie. Mit dem Vorliegen des fertigen Kommunalen Wärmeplans rechnet Stumpf im vierten Quartal 2025.
In der abschließenden Fragerunde, die wie die gesamte Veranstaltung von Guido Wagner, Leiter der Redaktion Rhein-Berg von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Bergischer Landeszeitung“, moderiert wurde, zeigte sich deutlich, wie wichtig eine klare Orientierung für die Bürgerinnen und Bürger ist. Viele Fragen zielten darauf ab zu erfahren, ob für die in die Jahre gekommene Heizung besser eine Wärmepumpe eingebaut oder abgewartet werden solle, ob in dem Wohngebiet möglicherweise künftig ein Wärmenetz gebaut wird. Johann Stumpf verwies darauf, dass diese Fragen zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sicher beantwortet werden könnten. Er empfahl jedoch jedem, der derzeit über ein neues Wärmesystem für seine Immobilie nachdenke, sich zuerst bei den StadtWerken zu melden und den aktuellen Planungsstand zu erfragen. „Sie können sich jederzeit bei uns melden“, ermunterte er die Anwesenden, auch nach der Veranstaltung Kontakt mit ihm aufzunehmen. „Wenn nach der Veranstaltung noch Fragen offen sind oder wenn Sie Anregungen und Ideen haben, wie die Wärmewende in Rösrath gelingen kann, dann freuen wir uns über eine E-Mail.“
Auf ihren Internetseiten haben die Stadt Rösrath und die StadtWerke Rösrath Informationen zur Kommunalen Wärmeplanung bereitgestellt, die laufend aktualisiert und ergänzt werden. Außerdem sind während des weiteren Prozesses noch mehr öffentliche Veranstaltungen geplant, in denen über den jeweiligen Planungsstand informiert werden soll. Interessierte können sich zudem bei den StadtWerken Rösrath melden, wenn sie in einen E-Mail-Verteiler aufgenommen werden wollen.